2009 Simulation der Siedlungsentwicklung in Wien

Stadtstrukturen und Stadtentwicklung werden unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. In der Nachbildung des Wachstums bzw. der Schrumpfung einer Stadt mittels unterschiedlicher Zeit-Zustände historischen Kartenmaterials erhält man lediglich Momentaufnahmen des dynamischen Systems Stadt. Die Ursachen bzw. zu Grunde liegenden Prozesse, die den Übergang von einem Zustand zum anderen bewirken, sind auf verschieden ausgeprägte aber immer gleiche verborgene Kräfte zurückzuführen – diese gilt es zu identifizieren.

Die Analyse der historischen Entwicklung der Stadt Wien von 1888 –2001, bei der die Indikatoren Bevölkerungsdichte, Erreichbarkeit von Stationen des öffentlichen Nahverkehrs und Nähe zu technischen Infrastruktureinrichtungen bewertet wurden, bildet die Grundlage für ein agentenbasiertes Simulationsmodell, welches die Entwicklung der Bevölkerungsverteilung in Wechselwirkung mit der Infrastrukturausstattung beschreibt. Nach der Validierung des Modells anhand der Daten von fünf verfügbaren Zeitpunkten, wird untersucht, inwieweit die Kontrollparameter der Simulation in Zusammenhang zur tatsächlichen Entwicklung Wiens während der untersuchten Zeiträume gebracht werden können. Die Parameter des Simulationsmodells erlauben konkrete Rückschlüsse auf die verborgenen Kräfte der Siedlungsentwicklung, die dadurch identifiziert und im Detail spezifiziert werden. Ferner ermöglicht das validierte Modell, Entwicklungsszenarien aufzuzeigen und zu erläutern. Es werden allgemeingültige Methoden zur Analyse und Simulation der Siedlungsentwicklung erarbeitet, die am Beispiel der Stadt Wien überprüft werden.

Das Projekt wurde gefördert von der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien.

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Simulation der Siedlungsentwicklung in Wien von 1899 bis 2001