2007-2008 Digitaler Baubestand als Grundlage für Projektentscheidungen im Altbau

Ziel des Projektes ist eine Kostenreduktion und Risikominimierung bei Sanierungsvorhaben durch Steigerung der Planungssicherheit sowie Prozessoptimierung. Die zu entwickelnden Instrumente und Vorgehensweisen zielen dabei explizit auf die frühen Phasen der Planung, da hier anstehende Entscheidungen große Auswirkungen auf alle nachfolgenden Prozesse haben und somit die größten Potentiale für eine Prozessoptimierung liegen.

 

Hierzu werden im Projekt IT-Werkzeuge für die schnelle, skizzenhafte Erfassung entscheidungsrelevanter Gebäudekenngrößen (Raum- und Bauteilstruktur, qualitativer Zustand, sichtbare Schäden und Mängel) und die Unterstützung von Entscheidungen für oder gegen bzw. über den Umfang einer Baumaßnahme auf Basis eines digitalen Gebäudemodells geschaffen. Der Fokus liegt auf einer Kosten- und Risikobewertung basierend auf der schnellen Erfassung aller relevanter Daten parallel zur Vorplanungs-/ Initiierungsphase.

Dieses Forschungsvorhaben wird gefördert aus Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des BMVBS und des BBR

 

Vision

Der neuartige, innovative Ansatz liegt in der frühzeitigen, strukturierten Erfassung aller relevanter Daten in einem IFC-basierten digitalen Gebäudemodell mit darauf aufbauender Kosten- und Risikobewertung.

Dabei werden drei wesentliche Schwerpunkte behandelt, die eng miteinander verzahnt sind. Zum Einen ist es die Entwicklung eines Systems zur Erfassung und Strukturierung raum- und bauteilorientierter Einheiten in skizzenhafter/ikonischer Form mit nichtgrafischen Informationen. Zweitens die Entwicklung von Funktionalitäten zur Entscheidungsunterstützung anhand von Kosten- und Risikoanalysen basierend auf der skizzenhaft erfassten raumorientierten, nicht maßstäblichen Gliederung des Bauwerkes und den darin abgebildeten entscheidungsrelevanten Parametern. Drittens sollen die erfassten Daten auf innovative Art und Weise verwaltet werden. Dabei wird auf proprietäre Datenformate weitestgehend verzichtet und insbesondere für die Modelldaten der Einsatz von IFC (Industry Foundation Classes) in Verbindung mit einem Content Management System (CMS) angestrebt. Hierdurch werden gezielte Suchanfragen auf Teile des Gebäudemodells unter bestimmten architektonischen oder gebäudetechnischen Kriterien ermöglicht (digitaler Planschrank). In Kombination mit Benutzerzugriffsrechten können Personen/ Personengruppen, die in vorhandenen Datenbeständen recherchieren, projektbezogene Anfragen gestattet werde. Insbesondere das Auffinden und eventuell Modifizieren architektonischer Lösungen wird wesentlich erleichtert. Gerade im Hinblick auf die große Anzahl der Beteiligten bei der Planung und Ausführung, kommt dem eine besondere Bedeutung zu, da gezielt nach bestimmten Anforderungen (auch in Kombinationen) gesucht werden kann. Das schließt beispielsweise technisch anspruchsvolle, kostengünstige oder energetisch günstige Lösungen ein.

Im Sinne einer Prozessoptimierung ist es daher notwendig bereits in der Vorplanungs-/ Initiierungsphase erfasste Daten in das IFC-basierte Content Management System aufzunehmen, um den Datenbestand über alle Phasen der Planung kontinuierlich fortzuschreiben und allen Beteiligten zugänglich zu machen. Auf diese Weise wird ein durchgängiger Datenfluss im Lebenszyklus des Gebäudes - d.h. ausgehend von der Bestandserfassung wird die Datenfortschreibung in der Entwurfs- und Ausführungsplanung, der Durchführung sowie Gebäudeunterhaltung ermöglicht - sowie die Übertragbarkeit des digitalen Gebäudemodells in aktuelle und konzeptionelle Planungssysteme gewährleistet.

Keywords

Ersterfassung, Bestandplanung, Planung, Bauen im Bestand, Bauwerksmodell, Industry Foundation Classes (IFC), IT-Werkszeuge, Kosten- / Risikobewertung

Abschlussbericht

IT-gestützte projekt- und zeitbezogene Erfassung und Entscheidungsunterstützung in der frühen Phase der Planung im Bestand (Initiierungsphase) auf Grundlage eines IFC-basierten CMS

Im Rahmen des Projekts ist die Software "Initial Data Capture" entstanden.

Zeitrahmen

November 2007 - Dezember 2008

Leiter des Forschungsprojektes

Prof. Dr.-Ing. Dirk Donath

Beteiligte Wissenschaftler

Dipl.-Ing. Helga Tauscher
Dipl.-Ing. Daniel Fehlhaber
Dipl.-Ing. Jörg Braunes

Beteiligte Forschungseinrichtungen

Juniorprofessur Architekturinformatik
Prof. Dr.-Ing. Frank Petzold

TU München, Fakultät für Architektur Fachgebiet CAAD
Prof. Richard Junge

Praxispartner

Kubit GmbH

AWO Thüringen

Ingenieurgesellschaf. Ruf-Kraft-Schömig

SYSLAB.COM GmbH

ideelle Partnerschaft

Nemetschek AG

Kontakt

Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Architektur
Professur Informatik in der Architektur
Belvederer Allee 1
D-99423 Weimar
Tel.: (+49-3643-58) 4236
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