Forschung


Eine durchgehende und zugleich sinnvolle digitale Planungstätigkeit existiert noch nicht. Viele arbeiten daran. Wir auch.


Die Forschungsthemen der Professur Informatik in der Architektur (InfAR) sind in drei Bereichen organisiert: Evaluationsmethoden, Simulationsmethoden und konzeptionelle generative Werkzeuge (Abb. 1). Diese Hauptthemen werden in Lehre und Forschung ergänzt durch Auseinandersetzungen mit Entwurfstheorien und -methoden zur digitalen Architektur.


Abb. 1: Forschungsschwerpunkte und -organisation bei InfAR.

Zurzeit werden an der Professur InfAR drei drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte bearbeitet, welche in der Kategorie "Aktuelle Projekte" dargestellt sind. Daneben findet eine breite Auseinandersetzung mit vielfältigen Themen in Form individueller Dissertationen statt. Seit Beginn der 90er Jahre wurde an der Professur InfAR eine Forschungsrichtung etabliert, die sich mit einer sach- u. fachgerechten Bewertung des baulichen Bestands mittels digitaler Techniken befasst, mit dem Ziel, eine verlässliche Datengrundlage für Neu-, Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen zu erhalten (Evaluationsmethoden). Aktuell wird diese Forschungstradition mit dem Projekt „Methoden und Baustoffe zur nutzerorientierten Bausanierung“ (nuBau) fortgesetzt. Der Schwerpunkt Simulationsmethoden gliedert sich in zwei Bereiche. Der erste beinhaltet Techniken zum Entwerfen in virtuellen oder augmentierten Realitäten. Der zweite umfasst die Simulation realer räumlicher Prozesse, beispielsweise die der Wohnortwahl der urbanen Bevölkerung, welche momentan mit dem Projekt „Computerbasierte Methoden für eine sozial nachhaltige Stadt- und Raumplanung“ (CoMStaR) vertieft wird. Der dritte Bereich konzeptioneller generativer Werkzeuge behandelt die Simulation des Entwurfsprozesses, worunter zum Beispiel die computerbasierte Grundrissentwicklung, das Generieren städtischer Bebauungsstrukturen oder das Wiederverwenden von in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen im Wohnungsbau mittels der Methode des Casebased Reasoning fallen. Diese Themen werden gegenwärtig mit dem Projekt „Entwicklung einer kreativen evolutionären Entwurfsmethode für Layoutprobleme in Architektur und Städtebau“ (KREMLAS) weiter verfolgt.


Ein gemeinsames methodisches Anliegen bei der Bearbeitung aller Forschungsprojekte besteht darin, dass die Komplexität des Planungsprozesses in Architektur und Raumplanung durch eine Reduktion auf wesentliche Elemente einer wissenschaftlich-analytischen Bearbeitung zugänglich gemacht wird. Zu diesem Zweck wird der Prozess des Planens und Bauens in einzelne analytische Module unterteilt:

  • Grundlagenermittlung (digitale Bauaufnahme)
  • Frühe Entwurfsphase (konzeptionelles Entwerfen)
  • Entwurfsplanung und Konstruktion
  • Ausführungsplanung und Kostenkontrolle

Die Forschungsprojekte an der Professur InfAR sind daraufhin ausgelegt, die Plausibilität der Ergebnisses eines Planungsprozesses zu erhöhen. Als Informationsplattform für die Integration der Forschungsergebnisse dient ein bei InfAR entwickeltes digitales Produktmodell (FREAC).
Die verschiedenen Forschungsprojekte der Professur behandeln spezielle Probleme, die sich aus theoretischer Reflexion oder der Planungspraxis ergeben. Diese Probleme können auf verschiedenen Ebenen angelagert sein:

  • Grundlagenforschung (Erkenntnis- und Methodengewinn)
  • Prozessbetrachtungen, Strukturierung und Standardisierung
  • Konzeption und Entwicklung von Methoden (prototypische und experimentelle Anwendungen)
  • Integration und kritische Analyse bestehender Methoden

Die Forschungspojekte der Professur InfAR sind in folgenden Kategorieen organisiert: